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Stefan Ole Linseisen im Top Magazin Interview

Stefan Ole Linseisen – ein Name, den man in Mainfranken schon öfter gehört hat. Der 29-jährige Würzburger ist nämlich ein echter Tausendsassa. Inhaber eines Mode-Labels, gefragter DJ, Producer und Veranstalter. Wir haben ihn nach seinem Berufs- und Erfolgsgeheimnis gefragt und zu seinen aktuellsten Projekten interviewt.


TOP Magazin: Servus Ole! Bist du der geborene Geschäftsmann oder hast du irgendwann deine Leidenschaft(en) zum Beruf gemacht?

Da muss man die unterschiedlichen Gewerbe unterscheiden. DJ wurde ich, weil ich durch meinen Barkeeper Job im Tirili (gibt es ja mittlerweile nicht mehr), die DJ’s kennenlernen durfte und nachdem ich schon immer eine Leidenschaft für Musik hatte, habe ich mich da einmal dran gewagt. Das ist jetzt knapp 10 Jahre her. Das Modelabel entstand ja aus meinem damaligen DJ-Logo und war eigentlich ein Zufallsprodukt. Mich haben Leute auf meiner DJ-Seite angeschrieben, dass sie gerne ein T-Shirt hätten, aber letztendlich gar nicht wussten, dass ich DJ bin. Diese Kundenwünsche waren der Startschuss für „Ole Lintens Fashion & Lifestyle GbR“. Meine Vorerfahrung aus der Modebranche hat mir im Anschluss natürlich geholfen. Im Veranstaltungsbereich kam der Grundgedanke von meinem DJ Kollegen Cosmin Marica, der damals eine WhatsApp Gruppe mit meinen Kollegen Marco Schrenk und Christian Schenk gegründet. Bei den Gesprächen kam anschließend noch Jana Michel dazu und so hatten wir die Schlaraffenklang UG inklusive Schlaraffenklang Festival gegründet. Mein Studium im Bereich Betriebswirtschaft und Kultur-, Freizeit- und Sportmanagement half mir natürlich sehr mich in der Eventbranche zurechtzufinden.

Wie dürfen wir uns deinen Werdegang vorstellen? Ganz klassisch Schule, Studium, Beruf, oder Quereinsteiger?

Mit 16 habe ich eine Ausbildung zum Industriekaufmann begonnen und war dann mit 18 fertig. Nach einem Jahr dort, kam der Wechsel zu einem unterfränkischen Modelabel. Dort bin ich auch schon nebenberuflich DJ geworden. Ich habe dann mit knapp 24 Jahren meinen Job dort hingeschmissen und wollte selbstständiger DJ werden. Den Blick meiner Mutter werde ich nie vergessen (lacht), aber heute schaut sie mit Stolz auf meine Tätigkeiten. Nachdem ich mit 26 dann noch mein Fachabitur nachgemacht habe bin ich in Künzelsau eben zum Studieren. Während der Anfangszeit kam mir dann 2017 der Einfall das Modelabel Ole Lintens zu gründen und zum Ende des Studiums haben wird dann Schlaraffenklang gegründet. Im Nachgang ist es eigentlich ein Wunder, dass ich nur ein Semester länger gebraucht habe zum Studieren und das war sogar freiwillig so eingeplant (lacht).

Welcher deiner Jobs macht dir derzeit am meisten Spaß? (Falls man das pauschalisieren kann.)

Ich liebe alle meine Tätigkeiten. Jede ist auf ihre Art besonders und bringt mir so Abwechslung ins Leben. Wenn ich keinen Spaß bei einer Tätigkeit hätte, würde ich sie komplett sein lassen. Das ist auch ein Vorteil der Selbstständigkeit, du bist nicht nur dein eigener Chef, sondern kannst auch jederzeit sagen: „Es langt jetzt und ich will das nicht mehr machen.“

Bist du in allen Geschäftsbereichen gleichermaßen aktiv, oder muss der eine öfter mal ruhen, wenn es im anderen gerade viel zu tun gibt?

Natürlich gibt es Phasen, wo ich mehr DJ/Producer, mehr Veranstalter oder mehr Modelabelinhaber bin. Zum Beispiel: Vor unseren beiden Autokonzerten in Künzelsau am 29.05.2020 mit „Vize“ und am 10.06.2020 mit „Gestört aber Geil“ lag natürlich der Fokus eher darauf bzw. wenn die neue Kollektion rauskommt, steht das Modelabel im Vordergrund. Wichtig ist, dass ohne meine Gesellschafter- Kollegen und auch dem Team im Hintergrund das alles nicht machbar wäre. Auch die Familie muss sich erst einmal darauf einlassen und viel Verständnis mitbringen. Der/die entsprechenden Partner*in muss das erst einmal alles so akzeptieren und respektieren. In meinem Fall kann ich zum Glück sagen, dass mich meine Familie und auch meine Partnerin mit allem unterstützen und ich gar nicht ausdrücken kann, wie dankbar ich dafür bin.

Hat dich die Corona-Krise kalt erwischt, oder hast du aus der Not eine Tugend machen können?

Ja, die Corona-Krise hat leider vor keinem Gewerbe wirklich Halt gemacht. Als DJ sind alle Aufträge erst einmal komplett weggefallen. Dazu kam, dass das Schlaraffenklang Festival jetzt auch endgültig verschoben werden muss auf den 25.09.2021. Zum Glück gab es hier keinerlei Probleme mit unseren Künstlern oder auch unserer Location der Posthalle Würzburg. Im Modelabel sind unsere stärksten Absatzmärkte die Pop-Up Stores und der Verkauf auf Festivals oder anderen Veranstaltungen, wie z.B. Stadtfesten, die 2020 ja leider ausfallen müssen. Im Veranstalterbereich haben wir versucht mit Autokonzerten weiterhin Kulturveranstaltungen durchzuführen. Zudem haben wir für das Modelabel die Zeit genutzt, um einen neuen Online- Shop zu gestalten. Dieser wird im Laufe des Jahres noch gelauncht und soll unsere Verkaufszahlen weiter ankurbeln. Distanzieren möchte ich mich von den teilweise jungen Modelabels, die ihre Produktion auf die Herstellung von Masken umgestellt und diese zu teilweise überteuerten Preisen verkauft haben. Man sollte sich in einer Zeit, in der man zusammenstehen sollte, nicht noch an solchen Produkten bereichern.

Ist dein nächstes großes Ding das Schlaraffenklang Festival in Würzburg, oder planst du davor noch andere Musikprojekte?

Durch die Verlegung des Festivals um ein Jahr, planen wir natürlich auch für dieses Jahr noch anderes. Man muss aber erst einmal abwarten, wie sich die Lage zu Corona noch entwickelt. Wir dürfen alle nicht vergessen, dass unsere Branche gefühlt komplett brach liegt. Ist zwar ganz schlimm für die Kulturlandschaft und die Politik ist gefordert unsere Branche nicht sterben zu lassen, aber es dient einem höheren Zweck und nach dem müssen wir uns richten. Daher laufen zwar auch unsere Projekte im Hintergrund weiter, aber durch die sich fast täglich ändernden Auflagen können wir immer nur vage planen.

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