Stadtleben, Wirtschaft

Der neue Hof Engelgarten vom Hotel Rebstock

Im August 2019 hat das Hotel Rebstock in Würzburg seinen Erweiterungsbau Hof Engelgarten eingeweiht. Wir wollten wissen, wie den Besitzern die Idee zu dem benachbarten Anbau kam und wie der Neubau in das Konzept des Hotel Rebstock passt. Dazu haben wir den Hotelier und geschäftsführenden Gesellschafter Christoph Unckell, der das Rebstock bereits 1994 von seinen Eltern übernommen hat, befragt.

Wie kamen Sie auf die Idee den Neubau Hof Engelgarten auf dem Klostergarten der Franziskaner zu errichten?
Die Idee kam mir schon 1997. Damals wohnte ich mit meiner Familie noch im Dachgeschoss des Rebstocks und schaute immer auf den Platz des Franziskanerklosters. Die Verhandlungen liefen zunächst auch recht vielversprechend, die Franziskaner konnten sich dann aber doch kein Vier-Sterne Hotel auf ihrem Grundstück vorstellen. Das war damals ein herber Rückschlag für mich. Umso größer war dann die Freude, als ich knapp 20 Jahre später angesprochen wurde, ob ich noch Interesse daran habe, das Hotel Rebstock auf dem Nachbargrundstück zu erweitern.

Welche Probleme tauchten auf der Baustelle auf?
Darüber ließe sich sicher ein ganzes Buch schreiben. Die größte Herausforderung war sicherlich die archäologische Ausgrabung, die wir auf dem Gelände durchgeführt haben. Zum Glück konnten wir durch Probegrabungen das Ausmaß vor Beginn der Bauarbeiten in Erfahrung bringen. Dankenswerterweise hat sich der Grundstückseigentümer, die Franziskaner Minoriten, dann zur Hälfte an den Grabungskosten beteiligt. Insgesamt haben die Mehraufwendungen für Archäologie und Denkmalschutz, vor allem der Erhalt der Klostermauer, knapp 14 Prozent der Baukosten ausgemacht. Weitere Probleme waren unter anderem die vielen Auflagen zum Bau des Verbindungstunnels zwischen dem Stammhaus und dem Hof Engelgarten, die sich auf etwa 130.000 Euro summierten. Außerdem kamen nachträgliche Forderungen für eine Zwischenspeicherung der Dachentwässerung auf, die über 30.000 Euro an Mehrkosten verursacht haben.

Was geschah mit den Funden aus den Ausgrabungen?
Die umfangreichen Funde wurden gereinigt, aufbereitet und katalogisiert und werden nun im Franziskanerkloster gelagert. Einige der besonders gut erhaltenen Stücke sollen zukünftig im Kloster der Franziskaner Minoriten und im Hof Engelgarten ausgestellt und so der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Sie betreiben nun zwei verschiedene Gebäude – bleibt das Grundkonzept gleich?
Der Hof Engelgarten befindet sich auf dem Grundstück des ältesten Franziskanerklosters nördlich der Alpen. Diesem Umstand wollten wir durch eine gradlinige und reduzierte Farb- und Formensprache in der Gestaltung Rechnung tragen, ohne auf hochwertige Materialien und ein Wohlfühlambiente für unsere anspruchsvollen Gäste zu verzichten. Das Stammhaus des Rebstocks zeichnet sich durch seine verspielte Rokokofassade aus, das spiegelt sich auch in der Innenausstattung wider. Das Grundkonzept, das sich durch individuellen Service und besondere Gästeorientierung auszeichnet, gilt aber natürlich für beide Häuser.

Wie viele Zimmer und Suiten sind durch den Neubau hinzugekommen?
Es sind 54 Zimmer und Suiten in drei unterschiedlichen Zimmerkategorien dazugekommen.

Wie sieht die Raumausstattung der neuen Zimmer aus?
Unsere Zimmer im Hof Engelgarten starten bei 28 qm in der Kategorie „Franziskaner“. Sie sind mit allem erdenklichen Komfort, wie Smart-TVs mit Apple-TV und Netflix, Radioweckern mit Induktionsladefläche für das Mobiltelefon und Bluetooth-Lautsprecher, Kapselkaffeemaschinen, einem großen Schreibtisch und Designermöbeln der Firma Fredericia ausgestattet. Alle Bäder verfügen über eine große, begehbare Regendusche, in der wir unseren Gästen Produkte der Marke Rituals zur Verfügung stellen. Die nächst höhere Zimmerkategorie „Rebstock“ hat 34 qm, die verwendeten Dekostoffe und Wandbeläge sind aufwendiger und die Bäder etwas größer. In der obersten Kategorie „Residenz“ gibt es Suiten mit bis zu 65 qm, einen getrennten Schlaf- und Wohnbereich, große Bäder mit Regendusche und Badewanne und zusätzliche Sitzgarnituren von Fredericia. Zum Teil verfügen die Zimmer über eine eigene Dachterrasse mit Blick über Würzburg.

Es gibt nun auch einige Veranstaltungsräume. Kann sich hier jeder einmieten oder ist dieses Privileg Tagungsgästen vorbehalten?
Zusätzlich zu den sechs bereits vorhandenen Tagungsräumen gibt es nun mit unserem neuen Kapitelsaal im Hof Engelgarten einen Raum mit 220 qm für bis zu 180 Gäste. Der Raum lässt sich in drei einzelne Räume unterteilen, die nach den drei Frankenaposteln Kilian, Kolonat und Totnan benannt sind. Die Räume sind in erster Linie für Hotelgäste gedacht, die im Haus tagen möchten, eigenen sich aber auch für Vorträge oder Familienfeiern, wie Geburtstage oder Hochzeiten. Beeindruckend ist nicht nur das gediegene Ambiente, sondern vor allem auch die technische Ausstattung, die allen Anforderungen an ein modernes Tagungshotel gerecht wird.

Was zeichnet das Hotel Rebstock aus?
Neben den durchdachten Zimmern in fünf unterschiedlichen Kategorien für jeden Anspruch besticht das Rebstock durch die persönliche Atmosphäre eines stilvollen Privathotels. Bei uns sind die Mitarbeiter nicht nur Dienstleister, sondern Gastgeber. Der besondere Service, ob im Gourmetrestaurant oder im Tagungsbereich, steht immer an erster Stelle. Das schätzen unsere Gäste sehr und kommen deshalb immer wieder.

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